| Markus - Evangelium 020 | Lugar/Ort:Aldea Protestante
Fecha/Datum:21/06/1962 | Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
| | Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst | | Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 2, 23 - 28 | | |
| Skopus: Sabbatheilung | | Markus-Evangelium 20 - 2, 23 - 28 "Als Jesus am Sabbat durch ein Kornfeld ging, fingen seine Jünger an, unterwegs Ähren auszuraufen. Und die Pharisäer sagten zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine Jünger am Sabbat, was man nicht darf? Und er sagte zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er in Not war und Hunger hatte, und die, die bei ihm waren, auch: wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die niemand essen darf als nur die Priester, und wie er sie auch denen gab, die bei ihm waren? Und er sagte zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen und nicht der Mensch um des Sabbat willen. So ist des Menschensohn ein Herr auch über den Sabbat."
Mit dem Kommen Jesu beginnt eine ganz neue Zeit. Gott selbst erscheint auf dieser Erde und weilt mitten unter uns. Es ist klar, alles, was bis dahin von Gott gewußt, geglaubt und angenommen wurde, bekommt jetzt eine authentische und legitime Deutung und Auslegung durch das, was Jesus Christus als Sohn Gottes redete und handelte. Wir können seitdem die ganze Geschichte Gottes mit uns Menschen, die ganze Geschichte Gottes mit seinem Volk vor dem Kommen Jesu Christi nur dann in rechter Weise verstehen, wenn wir bereit sind, darauf zu hören und es auch als allein gültig anzunehmen, was Jesus dazu sagt und wie er es sagt. Er, als der Sohn Gottes allein kann eine rechte Deutung und Auslegung des Handelns und Redens Gottes mit uns Menschen vor Jesu Kommen geben, darum gilt es, in allen Fragen zuerst ihn um eine Antwort zu bitten. Selbstverständlich können wir dieses alles nur sagen, wenn wir glauben, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist. Wir haben es schon bei verschiedenen Begebenheiten im Markus-Evangelium erfahren müssen, daß an diesem Punkte die Frommen des alten Volkes Gottes versagten. Sie wollten es nicht fürwahrhalten, nicht anerkennen, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist. Von daher kommen alle Auseinandersetzungen der Frommen mit Jesus. Das ist auch der Grund, warum sie später schreien: "Kreuzige, kreuzige ihn!" Wir müssen es auch klar sehen, daß die Frommen der damaligen Zeit, wenn sie nicht glaubten, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist, nicht anders handeln konnten als wie sie gehandelt haben. Entweder ist Jesus Christus Gottes Sohn, auf dessen Wort und Handeln wir allein zu achten haben, oder er ist ein Gotteslästerer, der Gottes Handeln und Reden mit seinem Volk Israel verachtet und in den Schmutz tritt. Das sehen wir auch wieder in der heutigen Geschichte. Es geht um das Sabbatgebot, das Gott seinem Volk am Berge Sinai gegeben hat. Es ist Sabbattag. Dieser Tag spielt im alten Volk Gottes eine ganz große Rolle. Es ist der Tag, an dem der Mensch von seiner Tagesarbeit ausruhen und Zeit für Gott haben darf. In dieser Weise ist er wirklich ein Geschenk Gottes an uns Menschen gewesen. Im Laufe der Zeit ist dieses weithin vergessen gewesen und der Sabbat zum Beweis einer wahren Frömmigkeit geworden. Die Frommen der damaligen Zeit haben sich dieses Tages bemächtigt und Gebote auf Gebote zum rechten Gebrauch dieses Tages aufgestellt. So kann in einer alten Schrift allen Ernstes gefragt werden, ob ein Ei, das ein Huhn am Sabbat gelegt hatte, gegessen werden durfte, da das Sabbatgebot auch für die Tiere galt und das Huhn mit dem Eierlegen immerhin eine Arbeit verrichtete, die nicht erlaubt war. Die Frage des Eies wurde durch die Frommen der damaligen Zeit dahin entschieden, daß das Ei vernichtet werden mußte, Wohin kann doch eine falsche Frömmigkeit uns Menschen hinführen?! Gottes Gabe an uns wird nur zu oft zu einer Zwangsjacke für uns Menschen, in der wir nicht mehr frei atmen könnrn. Für ganz schwere Vergehen gegen das Sabbatgebot war sogar die Todesstrafe vorgesehen. Das war die Lage, in die hinein Jesus Christus gekommen war. In unserer Geschichte geht Jesus Christus mit seinen Jüngern am Sabbattag durch ein reifes Getreidefeld. Was machen seine Jünger? Sie reißen Ähren ab, machen mit der Hand die Körner frei und essen sie. Und schon sind die Frommen, die Pharisäer, da, die sich über dieses Tun der Jünger aufregen. Sie regen sich nicht darüber auf, daß sie einem anderen sein Eigentum wegstehlen und aufessen, denn solange es zur Stillung des eigenen Hungers diente, war das nach dem Gesetz erlaubt. Nein, ihr Zorn kommt aus einem anderen Grunde: "Siehe zu, was tun deine Jünger am Sabbat, das nicht recht ist?" Indem sie die Ähren ausrauften, taten sie etwas, was nach den Gesetzen der Frommen ein Verstoß gegen das Sabbatgebot war. In der Anklage der Pharisäer gegen die Jünger liegt natürlich die noch größere Anklage gegen Jesus, der dieses sabbatschänderische Treiben seiner Jünger zuläßt und dabei wollte er doch nach ihrer Meinung etwas ganz Besonderes sein, mehr noch als sie, die Frommen, als sie, die Pharisäer. In dieser Frage der Pharisäer liegt die Nichtanerkennung Jesu als Messias, als der Sohn Gottes. Wenn sie anerkennen würden, daß er der Messias, der Sohn Gottes, sei, dann würden sie das, was er zuläßt, als rechtmäßig auch zulassen und gelten lassen. Wer weiß es denn besser als Gott selbst, wie das Sabbatgebot ausgelegt werden muß? Dadurch, daß sie nicht anerkennen, was er tut und was er seine Jünger tun läßt, zeigt sich, daß sie seinen göttlichen Anspruch ablehnen. In der Antwort Jesu nun wird aufgezeigt, daß selbst dem König David das Recht eingeräumt wurde, etwas zu tun, was nach dem Gesetz verboten war. Im Buche 1. Samuelis 21 wird uns erzählt, wie dieser König David, der von dem verstoßenen Saul verfolgt wird, in seiner großen Not für Gott geweihtes Brot aß, das nur die Priester essen durften. Der König in Israel war ein von Gott gesalbter König. Gesalbter bedeuter in der Sprache von damals MESSIAS. David war ein messianischer König, so können wir sagen und er galt als ein Abbild des kommenden vollkommenen Messias Gottes. Unsere Evangelien legen Wert darauf, daß Jesus Christus ein Nachkomme dieses messianischen Königs war, ein Davidide. Aus dem Königsgeschlecht Davids sollte der Messias Gottes kommen. Mit diesem Gleichnis wird den Pharisäern, den Frommen, gesagt, was ihr dem Abbild des Messias, dem messianischen König David offiziell nicht nachgetragen habt, da er das Gesetz Gottes übertrat, das wollt ihr dem gekommenen Messias, der der Sohn Gottes ist, nicht gewähren, das legt ihr ihm als ein schweres Vergehen aus? In diesem Gleichnis sind in der Nacherzählung durch den Evangelisten einige Ungenauigkeiten zu bemerken., darunter die, daß die erwähnte Begebenheit, wie sie uns im Alten Testament berichtet wird, nicht unter dem Hohenpriester Abjatar geschah, sondern unter dem Hohenpriester Ahimelech,der der Vater dieses Abjatar war. Als abschließenden Wort sagt Jesus, wie er das Sabbatgebot versteht, nämlich als ein Geschenk Gottes an uns Menschen. Das Sabbatgebot soll uns nicht zu Sklaven des Gesetzes machen, sodaß wir immer fragen müssen: Darf ich das tun? oder: Ist dieses verboten? Die vielen Vorschriften beim Sabbatgebot durch die Frommen lassen den Menschen nicht mehr froh das Geschenk Gottes in Empfang nehmen. Sie machen aus dem Geschenk eine Last. Jesus aber stellt die ursprüngliche Bedeutung des Sabbattages wieder her: Geschenk Gottes an uns Menschen zum Ausruhen von des Tagesmühen und das Offensein für Gott. Und das alles in voller Freiheit ohne die vielen einschränkenden Verbote und Gebote: "Der Sabbat ist um des Menschen willen gamcht und nicht der Mensch um des Sabbat willen." Wenn uns in unseren Versen auch nicht berichtet wird, wie die Pharisäer diese Antwort Jesu aufgenommen haben, so können wir uns doch ihre Meinung vorstellen. Sie bleiben bei der Ablehnung Jesu als Messias, als Gottes Sohn, und werden immer fanatischer in ihrem Haß gegen Jesus Christus. Der letzte Vers unseres Textes heißt: "So ist des Menschensohn ein Herr auch über den Sabbat." Dieser Ausspruch ist die Unterstreichung dieser Auseinandersetzung Jesu mit den frommen Pharisäern über das Ährenausraufen am Sabbat, über den Sabbat überhaupt, durch die erste Christenheit, durch die Christengemeinde in Rom. Vielleicht stammt dieses Wort vom Apostel Petrus, vielleicht sogar von dem Evangelisten Johannes Markus. Wir denken daran, daß, als der Evangelist diese Geschichte niederschrieb, bereits der Sabbattag für die Christenheit seine Bedeutung verloren hatte. Die Christen begingen den Tag der Auferstehung des Herrn als ihren Sabbattag im Unterschied zum Sabbattag der Juden. Selbstverständlich mußten die Apostel und die anderen führenden Männer der christlichen Gemeinde eine Antwort geben können auf die Vorwürfe der Juden, daß sie durch das Begehen des Sonntags, des Auferstehungstages des Herrn, als ihren Sabbat, Übertreter des göttlichen Gesetzes seien. Die gleichen Vorwürfe werden ja heute noch von den Sabbatisten bzw. Adventisten gegen uns Christen erhoben. Die erste Christenheit nimmt aus unserer Geschichte der Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern über den Sabbat die feste Gewißheit, daß Jesus Christus als der Sohn Gottes auch der Herr des Sabbats ist, d.h. in seiner Hand liegt es, dem alten Sabbat seine Bedeutung zu nehmen und einen anderen Tag an seine Stelle zu setzen. Wenn Jesus Christus der Sohn Gottes ist, dann ist er auch der Herr des Sabbats, dann kann er mit diesem Tage machen, was er will. Von Anfang an war es der gewisse Glaube der Apostel und der ersten Christen, daß es im Sinne Jesu, ihres Herrn war, daß seine Jünger nicht mehr den Sabbat begehen sollten, sondern den Sonntag als den Auferstehungstag ihres Herrn und Heilandes und darum feiert die Christenheit den Sonntag als ihren Sabbattag in Übereinstimmung mit ihrem Herrn. Dabei wird durchaus das, was Gott den Menschen durch den Sabbat schenken wollte, beachtet: Ausruhen und Offensein für Gott. Wenn die Adventisten so auf den Sabbat pochen mit allen Gesetzesvorschriftyen, dann müssen sie sich auch fragen lassen, wie die Juden damals, ob sie ebenfalls nicht glauben können, daß Jesus Gottes Sohn sei, dem alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden. Auch das göttliche Gesetz liegt in seiner Hand. Nur so, wie er es auslegt, gilt es auch für uns als Christen heute. "Jesus Christus gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit."
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