| Markus - Evangelium 006 | Lugar/Ort:Aldea Protestante
Fecha/Datum:10/11/1960 | Otros Lugares/Weitere Predigtorte: Reffino, 18-2-1965 -Bibelstunde- Meroú, 22-2-1965 -Bibelstunde- | | Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst | | Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 1, 9-11 | | |
| Skopus: Jesu Taufe | | Markus-Evangelium 6 - 1, 9-11 "Es begab sich zu dieser Zeit, daß Jesus aus Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ. Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er, daß sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und da erscholl eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen."
Am Anfang des Evangeliums steht die Gestalt des Täufers Johannes. Der Anfang der Heilszeit, in der Gott in einer wunderbaren Weise an uns Menschen handelt, ist unlösbar mit diesem Johannes verbunden. Aber ein Anfang weist immer darauf hin, daß das Eigentliche noch kommt. Hier können wir sagen, daß DER Eigentliche noch kommt. Und hier wird uns gesagt, wer dieser EIGENTLICHE ist, der Gott ist und uns das Heil bringen wird. Wie heißt dieser, dem Johannes, der Täufer, nicht würdig ist, die Sandalen zu lösen und auszuziehen? Es ist der Mensch JESUS aus der Stadt Nazareth. In diesem Menschen aus Nazareth sieht Johannes Gott selbst, der aus dem Himmel herabgekommen ist, um uns aus unserer verzweifelten Lage zu befreien. Und das Merkwürdige geschieht, daß dieser Jesus von Nazareth zu Johannes kommt. Und was geschieht dort bei der Begegnung Jesu mit Johannes? Jesus erkennt Johannes in seiner Bedeutung als den Anfang des Heilshandelns Gottes an uns Menschen an. Er bestätigt diesen Johannes in seiner Bedeutung als Anfang, als sein Vorläufer, als sein Bote. Wodurch erkennt er ihn an und bestätigt ihn? Indem er sich ihm unterstellt. Indem er zu seinem Auftrag ein volles Ja sagt. Jesus von Nazareth läßt sich im Fluß Jordan von ihm taufen. Denken wir daran, was wir im letzten Wochengottesdienst sagten, daß seine Vorbereitung des Kommens Gottes auf diese Erde in der Bußtaufe bestand, die er verkündigte und im Jordan auch ausführte. In dieser Bußtaufe wurde das Heil bereits sichtbar, aber noch nicht Wirklichkeit. Die, die sich taufen ließen, bekundeten dadurch: Ja, wir warten auf das ganza vollkommene Heil, das bald in Wirklichkeit allen Menschen zuteil wird. Indem Jesus sich durch die Bußtaufe in die Schar der auf das Heil wartenden Menschen hineinbegibt, bestätigt er Johannes, den Täufer, in seinem Auftrag, Wegweiser auf das bald hereinbrechende Heil zu sein. Allerdings ist dann mit der Bestätigung durch Jesus Christus auch sein Auftrag erfüllt, denn der, der Johannes in seinem Auftrag bestätigt, ist der, der das vollkommene Heil in eigener Person heraufführen wird. Indem Jesus sich also taufen läßt, stellt er sich in die Reihe der auf das Heil wartenden Menschen. Aber sein Warten ist kein passives, sondern ein aktives Warten, weil er sich jetzt auf den Weg macht, um dieses Heil für uns Menschen zu erringen. Mit der Taufe durch Johannes beginnt Jesus seinen Weg zur Erringung des Heiles für uns. Die Gestalt des Täufers wird von nun an immer blasser, bis sie ganz in den Hintergrund rückt und die Gestalt des Jesus von Nazareth wird immer leuchtender, bis sie in der ganzen Herrlichkeit offenbar werden wird. Wenn wir bei der Betrachtung des Evangeliums bis hierher ein wenig aufgepaßt haben und ein wenig sonst in der Bibel Bescheid wissen, dann muß uns etwas aufgefallen sein, nämlich dieses: Johannes Markus, der Evangeliumsschreiber, hält es hier in seinem Evangelium nicht für unbedingt notwendig, den Heidenchristen von der Geburt Jesu zu verkündigen. All die vielen Weihnachtsgeschichten, die wir besonders im Lukas-Evangelium finden und die im Mittelpunkt unseres Weihnachtsfestes stehen und die wir so gern haben, erwähnt der Evangelist Johannes Markus mit keinem einzigen Worte; kein Rancho zu Bethlehem, kein Lobpreis der Maria, keine Hirten auf dem Felde und keine Weisen aus dem Morgenlande. Wir könnten uns wohl fragen, warum der Evangelist es nicht für unbedingt notwendig und wichtig hält, diese Geburt in seinem Evangelium zu verkündigen, aber wir könnten nur eine spekulative Antwort geben, die doch keinen Wert hätte. Jedenfalls wollen wir es beachten, daß Johannes Markus Jesus verkündigen kann, ohne mit einem Worte die wunderbare Geburt Jesu zu erwähnen. Es müssen also damals auch Menschen christusgläubig geworden sein, ohne diese Geburtsgeschichten gekannt zu haben. Denken wir daran, was wir schon sagten, daß nämlich der Evangelist sich in seinem Evangelium zum Ziel gesetzt hat, zu verkündigen, daß der Mensch Jesus von Nazareth der Herr und König Himmels und der Erde, also Gottes Sohn, ist. Lukas weiß das auch und verkündigt es. Aber ihm liegt es dazu ganz besonders daran, zu bezeugen, wie dieses Wunder geschah, daß ein Mensch, daß dieser Mensch Jesus von Nazareth Gottes Sohn wurde. Johannes Markus zeigt dieses uns auch, aber in einer anderen Weise, und zwar auf Grund der Taufe Jesu, von der wir heute gehört haben: "Und alsbald, da Jesus aus dem Wasser stieg, sah er, daß sich der Himmel auftat und der Heilige Geist gleichwie ein Taufe herabkam." Hier rühren wir bereits an das Geheimnis des dreieinigen Gottes: Gott-Vater; Gott-Sohn; Gott-Heiliger Geist. Diese innige Gemeinschaft zwischen Vater, Sohn und Heiliger Geist kommt in der bildlichen Darstellung zum Ausdruck, daß der Heilige Geist sich wie eine Taube auf Jesus von Nazareth senkt und sich mit ihm verbindet und daß gleichzeitig der Vater im Himmel von ihm, Jesus von Nazareth, bezeugt: "Ja, wahrlich - dieser Mensch Jesus von Nazareth ist mein eigener Sohn." Wir finden sogar die ganz persönliche Anrede: "Du bist mein lieber Sohn!" Im Unterschied also zu Lukas, der bereits bei der Geburt Jesu bezeugt, daß Jesus der Herr und König, also Gottes Sohn, ist, läßt Johannes Markus die ganzen Geburtsgeschichten aus und verkündigt dasselbe bei der Geschichte der Taufe Jesu durch Johannes: Der Mensch Jesus von Nazareth ist Gottes Sohn. Mit diesem Geschehen kann nun Johannes, der Täufer, zurücktreten, denn seine Aufgabe ist erfüllt. Es ist der gekommen, von dem er verkündigt hatte: "Es kommt einer nach mir, der ist stärker denn ich, dem ich nicht genugsam bin, daß ich mich vor ihm bücke." Nun - da der Herr da ist, kann der Knecht, der sein Kommen vorbereitet hat, ganz in den Hintergrund treten. Die Bahn wird freigegeben für den Jesus, der der Sohn Gottes ist und der sich jetzt auf den Weg macht und sich ans Werk begibt, um das, was der Täufer nur angekündigt hat, zu erringen und uns zu schenken: Das Heil der Menschen, unser Heil, die VERGEBUNG UNSERER SCHULD.
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