| Markus - Evangelium 005 | Lugar/Ort:Aldea Protestante
Fecha/Datum:27/10/1960 | Otros Lugares/Weitere Predigtorte: Reffino, 18-2-1965 -Bibelstunde- Meroú, 17-2-1965 -Bibelstunde- | | Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst | | Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 1, 2-8 | | |
| Skopus: Johannes, der Täufer | | Markus- Evangelium 5 - 1, 2- 8 "So steht beim Propheten Jesaja geschrieben: Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bereiten soll. - Er ist die Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige eben. Johannes der Täufer war in der Wüste und verkündigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Und es gingen zu ihm hinaus das ganze jüdische Land und alle Leute aus Jerusalem ließen sich von ihm im Jordan taufen und bekannten dabei ihre Sünden. Johannes aber trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel und aß Heuschrecken und wilden Honig und verkündete: Es kommt einer nach mir, der ist stärker als ich; und ich bin nicht gut genug, mich vor ihm zu bücken und die Riemen seiner Schuhe zu lösen. Ich taufe euch mit Wasser; er aber wird euch mit dem heiligen Geist taufen."
Dieses Evangelium von Jesus Christus, das Johannes Markus geschrieben hat, beginnt mit einer Tatsache, die auch der Heidenchrist beachten soll, selbst wenn er die ganze Geschichte des alten Volkes Gottes, des Volkes Israels, nicht kennt. Wir erinnern uns daran, daß Johannes Markus dieses Evangelium von Jesus Christus in Rom für Heidenchristen geschrieben hat. Die wichtige Tatsache ist die, daß das Kommen des Sohnes Gottes einen Anfang, eine Vorgeschichte, hat. So ist es wohl auch zu verstehen, daß im 1. Vers vom Anfang des Evangeliums die Rede war. Dieser Anfang des Evangeliums von Jesus Christus hat es auch mit einem Menschen zu tun; mit einem Menschen, der das Kommen des Sohnes Gottes vorbereiten soll. Und dieser Anfang, der im alten Volk Gottes, im Volkes Israel, liegt, ist so wichtig, daß auch der Heidenchrist daran nicht vorübergehen kann, sondern es eingehend beachten muß. So kommt es denn, dass wir hier das einzige Mal im ganzen Evangelium nach Markus eine Stelle aus dem Alten Testament angeführt bekommen, im Gegensatz zu Matthäus, der 50 X das Alte Testament zitiert. Er schreibt ja für Judenchristen, die das Alte Testament kennen. Diese eine Stelle im Markus-Evangelim aus dem Alten Testament lautet: "Es steht in den Propheten geschrieben: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der da bereite deinen Weg vor dir. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige richtig." Dieses ist eine Zusammenfassung von 3 verschiedenen alttestamentlichen Worten, und zwar aus folgenden Büchern: 2. Buch Mose (23,20); Jesaja ( 40,3) und Maleachi (3,1). In diesen alttestamentlichen Worten wird verheißen, daß Gott selbst auf diese Erde kommen wird, um sein Volk aus der Zerstreuung wieder zu sammeln und aus der Gefangenschaft zu befreien und einer Zeit der Freude und Herrlichkeit entgegenzuführen. Vor seinem eigenen persönlichen Kommen aber wird Gott zur Vorbereitung einen Boten senden. Und nun predigt Johannes Markus in den folgenden Versen auf Grund dieses alttestamentlichen Textes darüber, wann diese Verheißung sich zu erfüllen begann und wer dieser Bote gewesen ist. Denken wir dabei an das, was wir bereits schon gehört haben, daß das ganze Evangelium keine Biographie von Jesus Christus sein will, sondern eine Predigtreihe über Jesus von Nazareth, der der Sohn Gottes ist. Und diese Predigt des Johannes Markus über den Boten, den Gott vor seinem eigenen Kommen schickt, stützt sich auf das, was Petrus als ein Augenzweuge verkündigt hatte und mit ihm alle anderen Apostel. Es wird uns also verkündigt, daß die Erfüllung der Verheißung des Kommens Gottes damit begonnen hat, daß er den Boten zur Vorbereitung seines Volkes sandte. Dieser Bote heißt JOHANNES. Er bekam den Beinamen DER TÄUFER. Er wird beschrieben als eine Prophengestalt in einem Prophetenmantel. Der Ledergürtel erinnert uns an den Propheten Elia. In frommen Kreisen war man damals der Ansicht, daß Elia einmal als dieser Bote Gottes wiederkommen würde. Seine spärliche Nahrung, die mit seinem Aufenthalt in der Wüste zusammenhängt, erweist ihn ebenfalls als eine prophetische Gestalt. In welcher Weise wird er das Kommen Gottes in dieser Welt vorbereiten? Indem er das alte Volk Gottes zur Bußtaufe ruft. In den anderen Evagelien wird uns noch vielmehr von Johannes dem Täufer berichtet, hier aber liegt die Betonung ganz besonders auf dieses EINE, daß mit Johannes dem Täufer unlösbar verbunden ist die Bußtaufe. In dieser Bußtaufe streckt Gott in vorlaufender Weise seine liebenden Hände bereits den Menschen entgegen. Zur Erklärung dieser Bußtaufe wird uns gesagt, daß die Hauptbedeutung dieser Bußtaufe in der Vergebung der Schuld liegt. Diese Vergebung der Schuld wird allerdings noch nicht in voller Bedeutung sichtbar, sondern sie kommt durch diese Taufe erst in Sicht, sie wird noch nicht geschenkt, sondern erst angekündigt. Die, die sich durch Johannes dem Täufer haben taufen lassen, geben dadurch kund, daß sie bereit sind, den zu empfangen, der ihnen in vollkommenster Weise diese Vergebung schenken wird. Dieser große Unterschied zwischen der Ankündigung der Vergebung der Schuld und seiner ganzen Wirklichkeit, die einem Menschen geschenkt wird, kommt auch in den folgenden Worten unseres Textes zum Ausdruck: "Ich, Johannes, taufe euch mit Wasser, aber der nach mir kommen wird, der wird euch mit dem Heiligen Geiste taufen." Vor einigen Jahren wurde in Palästina bei Qumran eine Höhle entdeckt, in der sich viele alte Schriftrollen aus der Zeit vor Jesus befanden. Es waren zum Teil Schriften des Alten Testamentes, zum anderen Teil bisher noch unbekannte Schriften. Altertumsforscher der ganzen Welt bemühten und bemühen sich noch, nun diese unbekannten Schriften zu entziffern. Dabei wurde festgestellt, daß sie Ordensregeln eines alten jüdischen Klosters enthielten, mit sehr strengen und harten Verhaltensvorschriften. Diese Höhle zu Qumran gehörte also zu einem Kloster einer jüdischen Sekte, die vor Jesus Christus bestand. In dieser Höhle wurden alle alten Schriftrollen, die bereits durch den Gebrauch abgenutzt waren, aufbewahrt. Es bestand nämlich die Vorschrift, daß alle heiligen Schriften, die man nicht mehr gebrauchen konnte, nicht vernichtet werden durften, sondern aufbewahrt werden mußten. In diesen alten Sektenschriften des Klosters Qumran spielt die Bußtaufe auch eine wichtige Rolle. Und es wird angenommen, daß Johannes der Täufer einige Jahre in diesem oder einem anderen ähnlichen Kloster gelebt habe. Verschiedene Sitten und Gebräuche aus dieser Zeit hat der Täufer bis an sein Lebensende beibehalten. Das, was Johannes der Täufer allerdings ganz besonders betont, daß die Busstaufe nur ein Hinweis auf die Vergebung der Schuld ist, die erst in Jesus Christus Wirklichkeit wird, kennen die Klosterleute von Qumran nicht. Johannes der Täufer zeigt nicht auf sich und auf seine Taufe, sondern von sich und seine Taufe weg auf den, der nach ihm kommen wird, auf ihn und sein Werk. "Es kommt einer nach mir, der ist stärker denn ich, dem ich nicht genugsam bin, daß ich mich vor ihm bücke und die Riemen seiner Schuhe löse." Der Täufer will nichts anderes sein als ein Hinweis auf den, der nach ihm kommen wird. Wir haben schon am Anfang heute gehört, daß der, der kommen wird, Gott selbst ist. Und wenn Johannes der Täufer sagt, daß er nicht würdig ist, dem, der nach ihm kommen wird, die Riemen an seinen Sandalen zu Lósen, dann kommt damit der ungeheure Abstand zwischen ihm und dem Kommenden zum Ausdruck. Es gab in Jerusalem Tempelsklaven, Menschen aus dem Heidentum, die mußten den Priestern, bevor sie den Tempel zum Dienst betraten, ihr Schuhwerk, ihre Sandalen, ausziehen. Diese Sklaven wurden wie Dreck behandelt, man fragte sich sogar ernsthaft, ob sie überhaupt Menschen seien. Der Unterschied zwischen einem Priester und einem Tempelsklaven war unüberbrückbar. In der gleichen Weise ist unüberbrückbar der Unterschied zwischen dem Täufer Johannes und dem Kommenden, zwischen Johannes, einem Menschen, und Jesus von Nazareth, dem Sohne Gottes. So ist der Täufer Johannes mit seiner Gestalt, seiner Predigt von der Bußtaufe und -praxis geradezu ein Zeichen dafür, daß die Heilszeit begonnen hat. Auch durch die Feststellung in unserem heutigen Text, daß die Leute zu Johannes eilen und bereit sind, durch die vollzogene Bußtaufe sich die wartende Heilsgemeinde einreihen zu lassen, wird uns bezeugt: Der, der dieses Heil bringt, der diese Heilszeit heraufführt, ist bereits im Kommen. Er steht vor der Tür. Das, was damals in einer entscheidenden Weise geschah für alle Menschen ,aller Zeiten und aller Völker, geschieht heute immer wieder im Verhältmis zu einem jeden einzelnen von uns. Der Heiland aller Menschen, der Herr aller Herren, ist auf dem Wege zu uns. Wir bekommen sein Kommen zu uns in jedem Gottesdienst bezeugt. Sind wir bereit, wartende Menschen zu sein, die sich rüsten auf sein Kommen, die sich freuen darauf, daß er auch in unser Leben einkehren kann? "Bereitet doch fein tüchtig, den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er hasst ; macht alle Bahnen recht, die Tal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlicht."
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