| Jona 9 | Lugar/Ort:Aldea Protestante
Fecha/Datum:20/02/1958 | Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
| | Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst/Bibelstunde | | Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Jona 1, 1 - 5, 11 | | |
| Skopus: Rückblick | | JONA (9) 1,1 - 5,11 Wir haben in den verschiedenen Gottesdiensten die Predigtgeschichten dieses Propheten Jona gehört. Jona soll im Auftrage Gottes der heidnischen Hauptstadt Ninive Gottes Wort verkündigen. Er aber will es nicht. Auf einem Schiff flieht er vor Gott. Mitten auf dem Mittelländischen Meer holt ihn Gott ein. Jona muss erkennen, vor Gott kann niemand fliehen. Das Schiff, dass durch Gottes Zorn in schwere Seenot geraten ist, wird nur dadurch gerettet, dass Jona als Strafe ins Meer geworfen wird. Gott aber rettet den Jona mitten aus dem Meer auf eine wunderbare Art und Weise, da er kein Interesse hat an Jonas Verderben. Gott will, dass Jona gehorsam den Befehl ausführt, nach der heidnischen Hauptstadt Ninive zu gehen, um dort sein Wort zu verkündigen. In der Not mitten auf und in dem Meer lernt Jona wieder Gottes Willen zu erfüllen. Er macht sich nach der Errettung sofort auf den Weg nach Ninive. Sobald er in Ninive ankommt, beginnt er mit der Predigt. Diese Predigt ist nur sehr kurz, sie ist eine Gerichtsankündigung. Sie lautet: "In 40 Tagen wird Ninive ein TrÜmmerhaufen sein, weiul ihr nichts nach dem Willen des einen und wahren Gottes fragt." Auf Grund dieser Predigt geschieht das grosse Wunder: Die Heiden lassen ab von ihren bösen Taten und beten Gott an und geben ihm allein die Ehre. Selbst der König von Ninive ist so stark von der Predigt beeindruckt, dass er eine allgemeinde Volkstrauer und Volksbusse ausrufen lässt. Wie Gott diese grosse Umkehr einer grossen heidnischen Stadt sieht, zieht er aus Barmherzigkeit zu diesen vielen Menschen das Gericht der totalen Zerstörung und Vernichtung wieder zurück. Die Sradt wird vor dem Untergang bewahrt. Nachdem Jona den Auftrag ausgeführt und in alle Winkel und Gassen hinein und auf den Plätzen das Wort vom Gericht Gottes verkündigt hatte, zieht er sich zurück in eine kleine Hütte am Stadtrand von Ninive. In dieser Hütte erwartet Jona nun, dass Gott nach 40 Tagen Pech und Schwefel und Feuer auf die Stadt fallen lässt. Aber es geschieht nichts. Da wird es dem Jona klar, Gott hat wieder Gnade vor Recht ergehen lassen. Gott hat das Gerichtsurteil von Ninive wieder zurückgenommen. Und wie Jona das merkt, wird er so zornig und böse, dass er nicht mehr zu leben wünscht und sich den Tod herbeisehnt. Er ist bitter enttäuscht, dass Gott nicht nur seinem eigenen Volk gut ist, dem Volke Israel, sondern auch den Heiden. Nach der Meinung des frommen Jona darf Gott nur zu den Angehörigen seines Volkes gut und barmherzig und gnädig sein. Das war es ja auch gewesen, warum Jona bereits beim ersten Mal Gottes Befehl nicht ausführen wollte, sondern auf dem Schiff vor Gott floh. Jona hatte da schon Angst, dass Gott ihn dazu benutzen wollte, um auch den Heiden zu Ninive seine Liebe zu allen Menschen zu verkündigen. Jona hatte sich von seinem Gott selbst Gedanken und Vorstellungen gemacht, und weil Gott so ganz anders handelte, ist er jetzt zornig, ja wütend. Schliesslich macht sich Jona von Ninive auf den Heimweg vor Zorn und Enttäuschung. Eigentlich hätte sich jetzt Gott auch von seinem seltsamen Propheten abwenden müssen. Er tut es aber nicht, sondern noch einmal versucht er, diesem so widerspenstigen Propheten zu zeigen, dass er eigentlich sich doch auch mitfreuen sollte, dass in Ninive durch seine Predigt nicht 120.000 Menschen umgekommen sind. Auf seinem Heimweg muss Jona an einem Ort längere Zeit aus einem uns unbekannten Grunde bleiben. Die Sonne scheint brütend auf die Erde nieder. Da lässt Gott eine sehr schnellwachsende Rankenpflanze über Nacht aus der Erde hervorgehen, die dem Jona Schutz vor der Sonne gewährt. Jona ist sehr erfreut darüber. Eines Nachts lässt Gott eine Plage über diese Pflanze kommen und als am Morgen die Sonne wieder anfing zu brennen, ist diese Pflanze im Nu vertrocknet. Jona steht vor dieser vertrockneten Pflanze und ist voll Zorn gegen Gott, der diese noch eben so grüne Pflanze hat vertrocknen lassen. In diesem Augenblick bekommt er aber von Gott gesagt: Bist du,Jona, doch ein seltsamer Heiliger. Du hat Mitleid mit einer gewöhnlichen Pflanze und bist gegen mich zornig, weil ich Mitleid hatte mit einer Stadt von 120.000 Einwohnern, einschliesslich der Säuglinge, der Alten und Kranken. Wer verdient mehr Mitleid: Diese vielen Menschen oder solch eine einfache Rankenpflanze? Wir hatten es schon gesagt, dass diese Haltung des Jona von einer falsch verstandenen Frömmigkeit herrührte, die meinte, Gott liebe nur einige wenige Fromme, Gott liebe nur seine Auserwählten, und alle anderen Menschen hasse er und wünsche ihnen den Tod. Ob Jona nun bereit ist, endlich seine falsche Meinung und Haltung aufzugeben und sich mitzufreuen, dass Gottes Liebe eine ganze Stadt vor dem Verderben gerettet hat? Wir wissen es nicht. Das Jonabuch gibt keine Antwort und schweigt darüber. Wir wissen, dass dies ganze Jonabuch weniger ein Erlebnisbericht dieses Mannes Jona ist, als vielmehr eine Predigt, die dem Volke Israel verkündigt wird. Das ganze Alte Testament ist ja erfüllt von der frohen Botschaft Gottes, dass das alte Volk Gottes, dass das Volk Israel von Gott erwählt wurde, um in seiner Geschichte in ganz besonderer Weise Gottes Liebe zu erfahren. Das Alte Testamt ist erfüllt davon, dass es wirklich einen grossen Unterschied zwischen den Heiden und den Kindern Israel gibt. Es ist schon Wahrheit, dass die Kinder Gottes, die Angehörigen des Volkes Israels, die Ersten sind und die Heiden die Letzten. Selbst Jesus Christus sagte es, als die heidnische kanaanäische Frau zu ihm kommt: "Weisst du nicht, dass ich in erster Linie nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israels, zu den Verlorenen des alten Volkes Gottes, gesandt worden bin?!" Also das gilt schon, zuerst die Kinder Gottes und dann die anderen. Allerdings hat dieses Wissen bei den Kindern Gottes der alten Zeit zu einem frommen Hochmut geführt. Zuerst wirkte er sich darin aus, dass die Kinder Gottes die Nase ziemlich hoch in die Luft steckten und bei sich selbst dachte, was sind wir doch für gute Menschen, dass uns Gott so liebt. Dieser fromme Hochmut führte dann selbstverständlich dazu, dass sich die Angehörigen des Volkes Gottes für besser hielten als die Heiden und auf sie verächtlich herabsahen. Schliesslich kam es so weit, dass die Kinder Gottes in ihrem frommen Hochmut sagten: Wenn wir so gut sind, dass Gott uns sogar liebhaben muss, dann können wir doch auch verlangen, dass Gott das tut, was wir wollen und dann brauchen wir auch nicht immer tun, was er von uns haben will. Mit einer solchen Haltung wird ein Mensch aber noch schlimmer als ein Heide. Ein Heide kennt den einen und wahren Gott nicht und kann ihm allein deswegen schon nicht dienen. Ein Mensch aber, der Gott kennt und in seinem frommen Hochmut meint, es nicht nötig zu haben, Gottes Willen zu tun, meint, Gott sogar selbst Befehle geben zu können, der wird kein Heide, sondern sogar ein Feind Gottes. Die Predigt vom Propheten Jona will dem alten Volk Israel zurufen: Halt, so geht es nicht weiter mit eurem geistlichen Hochmut, wenn ihr meint, Gott müsste euch lieben, weil ihr so gut seid und er müsste die Heiden hassen, weil sie so böse sind, dann habt ihr aber eine falsche Ansicht. Gott braucht nicht die Kinder Gottes zu lieben und er braucht nicht die Heiden zu hassen. Die letzte Entscheidung hat er sich selbst vorbehalten. Hier beim Propheten Jona können wir sehen, dass, wenn Gott will, dann hat er auch die Freiheit, die Heiden zu lieben. Die heidnischen Niniviter hat er geliebt. Gott hat die Möglichkeit und die volle Freiheit, es genau umgekehrt zu machen, sein eigenes Volk zu verwerfen und die Heiden zu erwählen. Jesus Christus hat nicht umsonst diesem Volk Israel später ebenfalls zugerufen: "Vorsicht!!, die Ersten werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein!" Wir sagten schon, dass wir nicht wissen, ob Jona ein anderer Mensch in seinem Glauben und in seiner Frömmigkeit geworden ist. Darüber wird uns keine Auskunft gegeben. Aber auf die Frage, ob denn das alte Volk Gottes diese Predigt vom Prophtenbuch Jona verstanden hat? können wir eine klare Antwort geben. Die Antwort lautet "Nein! " In seinem frommen Hochmut hat sich das Volk Israel die Ohren verstopft. Es wusste alles besser als Gott, es hasste weiter die Heiden. Und als Gott seinen Sohn diesem seinem Volk Israel sandte, da hat dieses fromme Volk sogar Gottes Sohn gekreuzigt. Es ist nun Wirklichkeit geworden, was Jesus Christus gesagt hat. Die Ersten sind die Letzten geworden und die Letzten die Ersten. Die Kinder Gottes des alten Volkes Israels sind die Letzten geworden und die Heiden sind im neuen Volk Gottes, in der Kirche Jesu Christi, die Ersten geworden. Gott hat sein Volk seinen falschen Weg gehen lassen und hat die Heiden zu seinem neuen Volks berufen. Die Predigt des Jonabuches ist im alten Volk Gottes umsonst gewesen, es hat nicht darauf gehört. Durch die ganze hochmütige Frömmigkeit ist sie nicht akzeptiert worden. Nun steht aber die Predigt des Jonabuches heute auch in unserer Bibel und gilt auch uns, der christlichen Kirche. Die Predigt fragt uns, ob wir bereit sind als das neue Volk Gottes aus den Heiden, die Botschaft des Jonas zu hören? Die Predigt fragt uns, ob wir bereit sind, unsere frommen Nasen nicht zu hoch in die Luft zu stecken und uns nicht für Gottes Kinder zu halten, weil wir so gute Menschen sind? Die Predigt fragt uns, ob wir bereit sind, uns nicht für besser zu halten als die Heiden und nicht auf sie verächtlich herabzusehen? Die Predigt fragt uns vor allen Dingen, ob wir bereit sind, das Volk Israel zu achten und zu schätzen als das Volk, das zuerst von Gott erwählt wurde und ihm nicht nur Gottes Liebe zu ihnen zu bezeugen, sondern ihnen diese Liebe zu erweisen, wir, die wir schon soviel Leid über sie gebracht haben? Die Predigt fragt uns, ob wir bereit sind, uns nicht für so gut zu halten, dass Gott tun muss, was wir wollen? Welche Antwort wird die Kirche Jesu Christi geben? Welche Antwort wird unsere Gemeinde geben? Welche Antworten werden wir alle in unserem Leben darauf geben?
Diese Predigten wurden in den Jahren 1957/58 von Karl Schwittay in Wochengottesdiensten in Aldea Protestante gegeben, auch darüber Bibelstunden gehalten, und zwar im Jahre 1957 in Col. Meroú, im Jahre 1959 in Col. Reffino und im Jahre 1959 und 1965 in Col. Camarero.
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