| Jona 6 | Lugar/Ort:Aldea Protestante
Fecha/Datum:16/01/1958 | Otros Lugares/Weitere Predigtorte: Reffino, 9. Januar 1959 Camarero, 13. Januar 1965 | | Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst/Bibelstunde | | Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Jona 3, 5-10; + 4,5 | | |
| Skopus: Antwort auf die Verkündigung in Ninive | | JONA (6) 3, 5 - 10 + 4,5 Jona, der unfreiwillige Prophet Gottes, steht in den Strassen der Weltstadt Ninive und verkündigt mit lauter Stimme Gottes Wort. Dieses Wort Gottes besteht nur aus einem einzigen Satz: "In 40 Tagen wird die Hauptstadt Ninive in Schutt und Asche liegen." Obwohl die Predigt so kurz ist und nur aus einem Satz besteht, ist sie doch so klar und so deutlich, dass sie selbst der einfachste Mann auf der Strasse verstehen kann. Noch 40 Tage Zeit und dann wird Ninive untergehen! Wie werden sich die Leute von Ninive diesem Worte Gottes gegenüber verhalten? Werden sie das tun, was soviele Menschen schon getan haben, dass sie entweder sich die Ohren verstopfen und dieses Wort garnicht hören wollten oder werden sie sogar den Propheten ins Gefängnis werfen und vielleicht töten? Wieviele Verkündiger des Wortes Gottes haben schon im Gefängnis gesessen und sind auch getötet worden, weil das Wort Gottes, dass sie zu verkündigen hatten, den Menschen zu unangenehm und zu ärgerlich war. Und wir wissen, dass das sogar im Alten Volk Gottes so war, dass es die Boten Gottes verfolgte. Was müssen dann erst recht diese Heiden zu Ninive mit dem Propheten Jona machen? Aber hier in dieser heidnischen Hauptstadt geschieht das grosse Wunder, dass die Menschen sich nicht die Ohren verstopften, dass sie nicht den Propheten verhafteten und ins Gefängnis warfen, auch nicht töteten. Hier in Ninive haben die Heiden ein gutes Ohr für die Botschaft des einen und wahren Gottes, von dem sie zum ersten Male hören. Ist es nicht dasselbe, was wir fast in der ganzen Welt erleben, dass die Christenheit, die sich doch nach dem Namen Jesu Christi nennt, sich immer weniger nach dem Worte ihres Herrn richtet und lebt, während dagegen die Heiden ihre Götzen wegwerfen und lebendige Jünger Jesu Christi werden. Wenn wir uns einmal eine solche christliche neue Gemeinde ansehen würden, deren Glieder noch vor wenigen Jahren vor Holzstücken oder Steinblöcken niederfielen, um sie anzubeten, wir würden staunen vor der Lebendigkeit einer solchen Gemeinde und müssten uns schämen über die Lauheit und Müdigkeit in unseren Gemeinden. Die Menschen in Ninive, die so schlecht und böse waren, dass Gott nur noch das Todesurteil für die ganze Stadt hat, sind von diesem Todesurteil derart erschrocken, dass sie ihre grosse Schuld bekennen und davor zusammenbrechen. Das Urteil Gottes über die Stadt Ninive bleibt nicht nur auf der Strasse, sondern es wird auch in die Häuser der Vornehmen getragen, ja, sogar in den Palast des Königs. Aber auch der König erkennt seine grosse Schuld vor Gott an. Er weiss, dass gerade sein Tun und Handeln mit dazu beigetragen hat, dass Gott so zornig wurde und dieses Todesurteil über seine Stadt Ninive aussprach. Er erlässt ein Staatsgesetz über eine allgemeine Volkstrauer und Volksbusse. Diese Volks-trauer und - busse wirkt sich darin aus, dass allgemein gefastet wird. Trauerkleider werden angezogen. Selbst der König zieht seine kostbaren purpurnen Königsgewänder aus und hüllt einen Sack um seinen Körper als Zeichen seiner Trauer. Während das natürlich nur äusserliche Zeichen einer Trauer und Busse sind, dazu vielleicht noch in einer heidnischen Form, sagt uns unser Text, dass das doch nicht alles ist: "Sie sollen zu Gott rufen mit Inbrunst und ein jeglicher soll sich bekehren von seinem bösen Weg und von den bösen Taten seiner Hände", so lautet der Befehl des Königs. Welch eine erstaunliche Sache, eine ganze heidnische Stadt mit dem König bekehrt sich zu dem einen und wahren Gott und ist bereit, von ihren bösen Taten zu lassen, nach Gottes Willen zu fragen und zu leben. Sie tun das alles ohne Gewissheit und ohne irgendein Versprechen Gottes zu haben, dass er das Gericht, dass er die Zerstörung, wegnehmen will, wenn sie umkehren von ihren verkehrten Wegen. Gott hat durch Jona ja nur verkündigen lassen, dass in 4o Tagen die Stadt Ninive vernichtet sein wird, mehr nicht. Es gibt kein Wort in der Predigt des Propheten, an das sie irgendeine Hoffnung zur Errettung vor dem Untergang knüpfen könnten. Und trotzdem beugen sie sich tief in Busse und Trauer vor dem Gott, den sie so stark erzürnt haben. Allerdings eine kleine Hoffnung haben sie doch. Diese Hoffnung können sie nicht beweisen, diese Hoffnung haben sie nicht, weil sie durch Busse und Trauer die Errettung zu verdienen glauben, sondern diese Hoffnung ist einfach da: "Vielleicht könnte Gott doch noch Mitleid mit uns haben?!" Recht eigenartig hat sich der Prophet Jona verhalten. Mit lauter Stimme hat er seinen Auftrag ausgeführt. In alle Gassen und Winkeln hat er hineingerufen: "Gott, der Herr, spricht: In 40 Tagen wird die Stadt Ninive ein Trümmerhaufen sein!" Aber er gibt keine Anweisungen, wie sich die Menschen verhalten sollen, sondern er schleudert ihnen das Gerichtswort Gottes einfach vor den Kopf. Wahrlich, ein Prophet Gottes, ein Verkündiger des Wortes Gottes - ohne Liebe. So richtig der Prophet Jona, der nicht will, dass sein Gott etwas mit den Heiden zu tun hat. Er ist sehr wahrscheinlich sogar froh, dass er nur dieses Gerichtswort zu verkündigen braucht, ohne ein Wort der Hoffnung auf Errettung. Als er nun seinen Auftrag ausgeführt hat und jeder Bewohner der Stadt weiss, wie es um die Stadt steht, geht er aus der Stadt hinaus. Am Rande der Stadt in einer gewissen Entfernung davon, baut er sich einen RANCHO und wartet das Ende der 40 Tage ab, wartet darauf, dass Gott sein Wort, das er hat verkündigen lassen, in Erfüllung gehen lässt, dass von Ninive nur noch ein Schutthaufen übrigbleibt. Welch ein Unterschied besteht doch zwischen diesem Rancho am Stadtrand von Ninive und dem Rancho in Bethlehem! So könnte man schon sagen, dass im Rancho von Ninive ein Mensch sehnsüchtig darauf wartet, dass Gott Pech und Schwefel und Feuer über eine Stadt werfen lässt, damit sie zerstört wird und die Menschen darin umkommen. Dort aber im Rancho zu Bethlehem liegt ein Menschenkind, das sehnsüchtig darauf wartet, Heil und Frieden auf Erden zu bringen und die Menschen aus dem Gericht Gottes zu erretten. Allerdiungs wartet dieser Mann Jona umsonst darauf, dass Schwefel und Pech und Feuer vom Himmel auf die Stadt fällt. Als Gott sah, dass die Bewohner der Stadt von ihren bösen Wegen umkehrten, jetzt nach seinem Willen lebten und auf sein Wort achteten und es ihnen leid tat, dass sie Gott so erzürnt hatten, da zieht Gott das furchtbare Gericht von der Stadt wieder zurück. Sie wird nicht zerstört. Gottes Liebe hat sich wieder einmal im Angesicht einer bussetuenden Stadt als stärker erwiesen als sein Zorn. Nur einer ist dadurch bitter enttäauscht -- Jona.
JONA 3, 5 - 10 + 4, 5 "Da glaubten die Leute zu Ninive an Gott und liessen predigen, man sollte fasten, und zogen Säcke an, beide, gross und klein. Und da das vor den König zu Ninive kam, stand er auf von seinem Thron und legte seinen Purpur ab und hüllte einen Sack um sich und setzte sich in die Asche und liess ausrufen und sagen zu Ninive nach Befehl des Königs und seiner Gewaltigen also: Es sollen weder Mensch noch Vieh, weder Ochsen noch Schafe Nahrung nehmen und man soll sie nicht weiden noch sie Wasser trinken lassen; und sollen Säcke um sich hüllen, beide, Menschen und Vieh, und zu Gott rufen heftig; und ein jeglicher bekehre sich von seinem bösen Wege und dem Frevel seiner Hände. Wer weiss? Es möchte Gott wiederum gereuen und er sich wenden von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben. Da aber Gott sah ihre Werke, dass sie sich bekehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn des Übels, das er geredet hatte, ihnen zu tun, und tat's nicht. Und Jona ging zur Stadt hinaus und setzte sich morgenwärts von der Stadt und machte sich daselbst eine Hütte; darunter setzte er sich in den Schatten, bis er sähe, was der Stadt widerfahren würde."
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