| Bergpredigt (29) | Lugar/Ort:Aldea Protestante
Fecha/Datum:03/11/1963 | Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
| | Año Eclesiástico/Kirchenjahr: | | Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 7, 28-29 | | |
| Skopus: Schluss der Bergpredigt | | Bergpredigt (29) - Matthäus 7, 28+29 "Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre; denn er predigte gewaltig und nicht wie die Schriftgelehrten."
Diese Verse sind der Schluss zur Bergpredigt unseres Herrn Jesus Christus. Diese Bergpredigt haben wir in den letzten Jahren hier in unseren Gottesdiensten gehört. In den Predigten hiess es immer: "Jesus tat seinen Mund auf, lehrte seine Júnger, und sprach." Er, der Herr, hat uns mit der Bergpredigt den Anbruch seiner Herrschaft auf Erden als ein König und Herr verkündigt und proklamiert. In dieser Bergpredigt wird uns die Ordnung oder auch das Regierungsprogramm aufgezeigt, das in seinem Königreiche gilt. Dieses Regierungsprogramm ist erfüllt von der Freude darüber, dass Gott uns doch noch lieb hat. Dass Gott uns liebt, zeigt sich darin, dass er seinen Sohn auf die Erde zu uns schickte und dass er ihn zum König, zum Herrscher eines neuen Reiches gemacht hat; eines Reiches, in dem die Liebe allein Gültigkeit hat und Masstab jeglichen Handelns ist. Gott schenkt uns seine ganze Liebe, die mit Freude und Glück verbunden ist, wie wir es in den Seligpreisungen gesehen und gehört haben. Dabei ist es ganz besonders wichtig, dass wir erkennen, Gott hält seine Liebe gerade denen bereit, die arm sind, die in Not sich befinden, die leiden unter der Lieblosigkeit dieser alten Welt, in der wir noch leben. Um dieses ganz deutlich zu unterstreichen, hat er ja seinen eigenen Sohn die Nöte eines armen Menschen durchleben lassen. Gibt es irgendeine Not, die dieser Jesus Christus nicht an seinem eigenen Leibe hat durchleiden müssen? Hat er nicht einmal gesagt: "Die Füchse haben Gruben, die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschensohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege"? Wurde er nicht angespuckt und geschlagen und schliesslich ermordet? Indem Gott seinen Sohn dieses alles hat erleiden lassen, sagt er uns: Das alles tat ich um deinetwillen, der du dich jetzt vielleicht in einer ähnlichen Lage befindest. Du sollst sehen, so wie ich meinen Sohn aus aller Not in die grösste Herrlichkeit führte, so werde ich auch dich aus deiner ganzen Schwierigkeit herausführen zum vollen Glück, zum vollen Heil und zum vollen Frieden. Ist das nicht Beweises genug, dass ich dich lieb habe? Und ist nicht Jesus Christus in seinem Tun und seinem Reden, in seinem Leiden und Sterben und Auferstehen nicht das unüberbietbare Zeichen der Liebe Gottes für uns; für uns, die wir eigentlich seinen grössten Zorn verdienet haben? Uns bösen Menschen, uns gegen Gott bösen Menschen, uns gegen unsere Mitmenschen bösen Menschen, reicht er in seinem Sohn Jesus Christus trotzdem seine liebende Hand dar und spricht uns das Wort der Vergebung zu. Doch auch gilt das andere, dass die, die Glieder und Untertanen geworden sind in dem Königreiche Jesu Christi, dass sie die Liebe Gottes zu uns Menschen auch durch ihr Handeln und Reden gegenüber ihren Mitmenschen bezeugen. Im altem Volk Gottes hat Gott unsere Mitmenschen vor unserer Bosheit geschützt durch die Mauer der 10 Gebote. Wer diese Mauer einzurennen versuchte, bekam es mit Gott selbst zu tun und seinen ganzen Zorn zu spüren. Im Reiche der Liebe Jesu Christi bedarf es nicht mehr der Schutzmauer der Gebote, weil jeder Angehörige dieses Reiches der Liebe dem anderen nicht nur keinen Schaden zufügt, sondern seine helfende und schützende und bewahrende Hand seinen Mitmenschen entgegenstreckt. In der Volkkommenheit wird das einmal Wirklichkeit werden, wenn Jesus Christus wiederkommen wird, um sein Reich der Liebe sichtbar vor allen Augen aufzurichten. Aber bis dahin können und dürfen und sollen wir schon jetzt als Jünger Jesu anfangen, nach dieser ORDNUNG DER LIEBE zu leben. Hat es unser Herr und Meister, als er über diese Erde ging, uns nicht vorgelebt? Zeigt es sich nicht in seinem ganzen Leben, dass er uns, seine Brüder und Schwestern liebt. Aus Liebe zu uns liess er sich sogar töten. Aus Liebe zu uns steht er heute noch vor seinem Vater im Himmel und hält im Gericht seine schützende Hand vor uns. In dieser Bergpredigt hat Jesus Christus uns aufgefordert, nicht nur selbst Untertanen seines Reiches der Liebe zu werden, sondern im Dienste dieses grossen Königs sein Reich, die Gottes Herrschaft auf Erden, allen anderen Menschen zu verkündigen, alle anderen auch einzuladen, Untertanen dieses Reiches der Liebe zu werden. Wenn auch in mancherlei Schwachheit und in mancherlei Entstellung, so können wir heute doch bereits feststellen und sagen, dass das Reich dr Liebe Christi sich bereits über die ganze Erde erstreckt. Es gibt kaum noch ein Land auf der ganzen Erde, in dem sich nicht Menschen im Namen dieses Jesus Christus, des Königs im Reiche der Liebe Gottes, versammeln, ihn ehren und ihm huldigen und auf seine Befehle warten. Es ist heute, schon bereits ein wenig Wirklichkeit geworden von dem, was wir mit dem Liede bekennen: "Jesus Christus, König und Herr, sein ist das Reich, die Kraft, die Ehr, gilt kein anderer Name, heut und ewig. Amen." Es ist verständlich, dass alle die, die Jesus in dieser Weise in seiner Bergpredigt hören, stutzig werden und erschrocken sind, so dass es, wie es einmal heisst, ihnen durchs Herz ging. Aber eigentlich brauchte niemand entsetzt sein, denn alle Propheten des alten Bundes haben es bezeugt, dass das so sein wird, wenn der Messias Gottes kommen wird. In diesem Jesus von Nazareth legt nicht irgendein Schriftgelehrter in seiner Weise Gottes Wort aus, und verfälscht vielleicht sogar den Sinn, sondern hier in der Bergpredigt verkündigt der, der selbst Gottes Sohn ist, die Botschaft seines Vaters im Himmel. Er legt nicht aus, wie wir Menschen es tun müssen, nein, auf Grund des alten Wortes Gottes setzt Jesus Christus in souveräner Freiheit als König und Herr neues Recht; nicht mehr das alte Recht des Zwanges und des DU SOLLST und des DU MUSST, sondern das Recht der Freiheit und der Liebe, nicht nur das Recht des Nehmens, sondern auch das Recht des Gebens. Gott hat sich in seinem Sohn Jesus Christus auf die Erde begeben, um uns in Anlehnung an sein altes Wort seine neue Botschaft zu verkündigen. Diese neue Botschaft der Bergpredigt tut uns Gottes eigentliches Wesen kund, aber auch unser eigenes Wesen. Diese Botschaft wird ja zuerst von Jesus Christus nicht nur verkündigt, sondern er praktiziert selbst das neue Regierungsprogramm. Diese neue Botschaft zeigt uns viel krasser als das alte Wort Gottes, als das Gesetz Mose, unsere ganze Bosheit. Wir sind total verderbt, zu nichts Gutem mehr fähig. Diese neue Botschaft, die Jesus verkündigt, offenbart aber auch viel deutlicher als das alte Wort Gottes die Liebe Gottes zu uns, die sich zu uns herniederneigt, obwohl unsere Bosheit offen zu Tage tritt. Ob wir persÓnlich in den vielen Predigten der Bergpredigt nicht auch immer wieder die Einladung Gottes gehört haben, treue Glieder im Reiche Jesu Christi, im Reiche der Liebe Gottes, zu werden? Wenn wir diese Einladung annehmen, ist uns die glücklichste Stunde unseres Lebens geschenkt.
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