| Amos 04 | Lugar/Ort:Aldea Protestante
Fecha/Datum:18/06/1959 | Otros Lugares/Weitere Predigtorte: Meroú, 1963 und 1977 Reffino, 1963 Camarero, 1963 | | Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst/Bibelstunde | | Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Amos 7, 4-6 | | |
| Skopus: Gerichtsvision über Israel | | AMOS (4) 7, 4 - 6 Bevor Amos seinen Dienst als ein Verkündiger des Wortes Gottes am Nationalheiligtum in Beth El, im Tempel, ausübt, lässt Gott ihn zur Vorbereitung seiner Tätigkeit eineig Bilder sehen. Mit diesen Bildern will Gott dem Amos wichtige Dinge für seine Aufgabe sagen., Dinge, die für seinen Dienst als Bote Gottes unbedingt notwendig sind. Im ersten Bild zeigte Gott ihm in der Heuschreckenplage dass er, der Herr, es selbst ist, der auch das Leid und das Unglück und Not über Menschen bringen kann. Es ist nicht einfach ein blindes Schicksal, dass uns Krankheit und Tod, Teuerung und Pestilenz und Hungersnot bringt, sondern alles in unserem Leben kommt direkt aus der Hand Gottes, oder muss wenigstens durch seine Hand hindurch. Ebenfalls bekommt Amos von Gott durch das Heuschreckenbild gesagt, dass er durch das Gebet Macht und Gewalt hat, Gott in seinen Plänen umzustimmen. Der Herr geht auf unsere Gebete ein und ist bereit, auch beschlossene Strafen, wie Heuschreckenplage, Krankheit und Tod, Elend und Not und sonstiges Unglück, durch unser Gebet wieder von uns zu nehmen, die dunklen Wolken unseres Lebens an uns vorübergehen zu lassen. Wir konnten ja schon bei der Auslegung des Jonabuches sehen, wie Gott, durch das Gebet der Menschen die beschlossene völlige Vernichtung der Stadt Ninive zurückgenommen hat. Und nun zeigt Gott dem Amos in unserem Text ein zweites Bild: "Gott ruft das Feuer, um damit zu strafen, dass es fresse die grosse Flut, dass es fresse das Ackerfeld." Auf den ersten Blick ist dieses Bild nur sehr schwer zu verstehen, weil uns die Vorstellungen, die mit diesen Worten verbunden, uns nicht mehr so bekannt sind. Amos damals allerdings weiss sofort, dass Gott hier vom ewigen Gericht spricht, dass er über Israel bringen will. Pech und Schwefel werden die Unterwelt mit den Menschen vernichten. Die heutige Anschauung von der Hölle war damals nicht so bekannt. Ewige Verdammnis bedeutete in alter Zeit soviel wie einen ewiger Tod, aus dem es kein Erwachen mehr gibt. Der Gedanken an diesen ewigen Tod war für den Menschen, der stolz auf sich und sein Leben war, das Schrecklichste des Schrecklichen. Die Vorstellung dieses ewigen Todes, dieses ewigen Ausgelöschtseins des Menschen war für den Menschen der damaligen Zeit viel schrecklicher als das, was sich heute die meisten Menschen unter der Hölle vorstellen. Und das Jüngste Gericht, das Amos hier im Bilde sieht und das über das Nordreich Israel mit dem König Jerobeam II und seinen Bewohnern kommen soll, bedeutet vollständige Vernichtung, nicht nur des Staates mit seinen Menschen, sondern auch Vernichtung der Natur, der Erde, der Luft und der Unterwelt, alles würde der ewigen Vernichtung anheimfallen. Der ganze Kosmos in diesem Nordreich Israel mit allem Seienden und Nichtseiendem sollte als Gericht dem ewigen Feuer, dem ewigen Tod übergeben werden. Das, was hier gemeint ist, ist viel schrecklicher und grauenvoller als das, was wir uns heute vorstellen, was geschieht, wenn auf eine Stadt Super-Wasserstoff-Bomben fallen. Wir spüren es hier, wie furchtbar und grauenvoll es ist, in die Hände des zürnenden wahren Gottes zu fallen. Und Amos sieht, dass dieses Gericht nicht mehr in weiter Ferner liegt, sondern wie ein Unwetter immer näher und näher kommt und jeden einzelnen Menschen trifft, gerade da, wo er zu Hause ist, wo er arbeitet, da, wo er seine Familie, sein Auskommen und sein Einkommen hat. Gott macht dieses dem Amos auf eine Weise deutlich, dass er es sofort verstehen kann. Amos ist ein Landmann, ein Schafherdenbesitzer und auch Besitzer einer Feigenplantage. Was ist das Schlimmste für einen Bauer? Nicht das interessiert ihn so sehr, was in Asien oder in Europa geschieht, ein Krieg oder eine Revolution. Selbst wenn in Buenos Aires ein Streik der Hafenarbeiter ausbricht, kann es den Bauer in seinem Herzen noch nicht bis ins Tiefste erschrecken. Aber das versteht der Bauer Amos sofort, was für eine Not das für den Landmann bedeutet, wenn ihm das Land, sein Land, auf einmal weggenommen wird, auf einmal nur ein wüstes Durcheinander bleibt, mit dem er nichts anfangen kann. Ein Gericht Gottes liegt nicht in weiter Ferne, nicht über uns und nicht unter uns, sondern es trifft uns da, wo wir unsere Existenz haben, den Bauer bei seinem Land, den Tischler bei seiner Tischlerei, die Hausfreu in ihrer Küche, den Gesunden bei seiner Gesundheit und den Klugen bei seiner Klugheit. Das Gericht Gottes, das Jüngste Gericht, das Amos über den Nordstaat Israel heraufziehen sieht, trifft den Menschen gerade an der Stelle zuerst, auf der er sein Leben und seine Existenz aufgebaut hat. Wo Gott dreinschlägt, da steht niemand mehr auf, was durch ihn zerstört wird, bringt niemand mehr zurecht. Wir merken es auch diesem Bilde an, dass Gott den Amos auf seinen schweren Dienst als einen Unglückspropheten, als einen Gerichtspropheten, vorbereiten will. In dem, was Amos später verkündigen soll, geht es nur, ausschliesslich und allein, immer und immer wieder um die Zerstörung und Verwüstung, um das Gericht, das Gott, der Herr, über den Staat Israel kommen lassen will. Wir haben vor einiger Zeit in einem Sonntagsgottesdienst das Wort aus dem Jesajabuch gehört: "Wie lieblich sind auf den Bergen die Füsse der Boten, die den Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist gnädig." O wie gerne hätte Amos auch so gehandelt, wie gerne wäre auch er ein Bote des Friedens und der Freude und des Glücks geworden. Ihm ist es nicht vergönnt, ein Bote des Friedens zu sein, er muss Gottes Gerichtsbote sein, um Zerstörung und Verwüstung, Krieg und Unfrieden und Unheil zu verkündigen. Er muss Gott, den Herrn, verkündigen als den, der auch zerschmettern kann. Vielleicht müssen wir das sogar so sagen, dass er die Menschen zu Tode predigen muss. Was war das doch für eine ungeheure, fast unmenschliche Aufgabe für den Bauer Amos. Gott sei Lob und Dank, dass er heute keinen Menschen mehr mit einer solch schweren Aufgabe betraut, nur seinen Zorn anzuzeigen. Heute, nachdem Jesus Christus allen Zorn auf sich geladen hat und dadurch wirklich am Kreuz auf Golgatha zerschmettert worden ist, heute darf jeder Verkündiger des Wortes Gottes wirklich und wahrhaftig ein Prediger des Friedens und des Heiles und der Liebe sein. Gott hat mit uns keine Gedanken des Zornes mehr, sondern nur Gedanken des Friedens. Heute darf alle Gerichtspredigt in der Kirche nur eines zum Ziel haben, uns die Liebe Gottes zu uns deutlich zu machen und uns zu zeigen, was es Gott gekostet hat, uns nicht zu bestrafen, sondern auf seinen Sohn diese Strafe legte und uns damit die Tür seines Friedensreiches wieder aufschloss. Auch eine Auslegung dieses Amosbuches kennt für uns als Christen heute nur dieses eine Ziel, uns den Weg zu öffnen zu Gott, unserem Vater, der uns, dich und mich, lieb hat. Wie Amos in dem Bilde das furchtbare Gericht aufkommen sieht und er an all das Elend denkt, das nun seinem Volk bevorsteht, da fleht er wieder Gott um Gnade an: "Ach, Herr, Herr, höre doch schon auf! Es ist einfach zu grausam.- Wenn du nicht aufhörst, dann ist der Staat Israel rettungslos verloren!" Amos bittet darum, dass das Gericht vorübergehen möge. Und wieder spüren wir etas von dem, was uns Menschen gegeben worden ist, dass wir beten dúrfen. Auch in diesem Bilde lässt Gott sich in seinem Vorhaben durch das Gebet und das Mitleid des Anos umstimmen. Er lässt Gnade vor Recht ergehen, er zieht das Jüngste Gericht, den Jüngsten Tag oder auch das letzte Gericxht genannt, wieder zurúck. Hier wird dem Amos also seine Vollmacht gezeigt, die er als ein Prophet Gottes hat. Er kann Gott dahin umstimmen, dass er seine Strafe wieder zurücknimmt. Allerdings wird Amos auch schon hier auf etwas aufmerksam gemacht, das er nicht vergessen soll. Es heisst: "Auch dieses Mal soll es nicht geschehen!", spricht der Herr. Damit wird angedeutet, dass Gott auf das Gebet nicht reagiert wie ein Automat, in den man ein Geldstück wirft und es kommt das Gewünschte aus dem Automaten heraus. Gott hört unser Gebet und lässt sich auch durch unser Gebet umstimmen, dennoch wie er selbst es will. Es steht allein in Gottes Hand, ob er ein Gebet erhört oder nicht. Es kann auch einmal der Zeitpunkt kommen, wo Gott einem Menschen sagt: Jetzt geht das Gericht seinen Lauf, auch dein Gebet ändert nichts mehr daran. Selbst Gottes Geduld hat einmal ein Ende. Und das wird dem Amos von Gott in den weiteren Bildern gezeigt.
Amos 7, 4 - 6 "Der Herr Herr zeigte mir ein Gesicht, und siehe, der Herr Herr rief dem Feuer, damit zu strafen; das verzehrte die grosse Tiefe und frass das Ackerland. Da sprach ich: Ach Herr, Herr, lass ab! Wer will Jakob wieder aufhelfen? denn er ist ja gering. Da reute den Herrn das auch, und der Herr Herr sprach: Es soll auch nicht geschehen."
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