| 10 Gebote (08) | Lugar/Ort:Aldea Protestante
Fecha/Datum:14/10/1956 | Otros Lugares/Weitere Predigtorte: Camarero, Januar 1957-Bibelstunde- Paraná, 3-2-1957 Reffino, 17-3-1957- | | Año Eclesiástico/Kirchenjahr:20. Sonnt. nach Trinitatis | | Libro Bíblico/Buchbezeichnung:2. Mose 20, 14 | | |
| Skopus: 6. Gebot | | 10 Gebote (8) - 2. Mose 20,14 "Und Gott redete alle diese Worte: Du sollst nicht ehebrechen."
Wir haben im letzten Gottesdienst gehört, was es für eine herrliche Gabe ist, die Gott uns in der ehelichen Gemeindschaft von Mann und Frau geschenkt hat. Wir haben aber auch gehört, welch eine ernste Sache die Ehe ist, für die wir vor Gott verantwortlich sind und Gott darum zum Schutze einer solchen Ehe eine Mauer um diesen Mann und diese eine Frau baut, die niemand umstürzen darf, sonst bekommt er es mit Gott selbst zu tun: Gott spricht: Du sollst nicht ehebrechen." Gott warnt uns davor, die Ehe auf die leichte Schulter zu nehmen. Es ist immer eine schöne Sache, wenn 2 junge Menschen sich finden und sich kennenlernen und sich liebhaben und beschliessen, wir wollen zusammen gemeinsam durch das Leben gehen. Allerdings gehört es zu dieser herrlichen Zeit vor der Ehe, dass beide sich noch nicht ganz füreinander öffnen, sondern eine gewisse gegenseitige Reserve bewahren und warten können bis zum Zeitpunkt, da sie sich vor Gottes Angesicht Treue geloben und Gottes Segen empfangen. In der kurzen Zeit meines Aufenthalts hier in Entre Rios bin ich doch bereits nicht wenig darüber erschrocken, dass soviele geschlossene Verlobungen wieder auseinanderbrechen. So schlimm war es selbst in meiner heimatlichen Grossstadt in Deutschland nicht. Auch die Verlobungszeit ist keine Spielerei, sondern bereits ein volles Ja-Wort zu der kommenden Ehe. Ob der junge Mann, der seine Braut im Stiche lässt, überhaupt weiss, was er dem Mädel antut. Oft, sogar sehr oft, war solch ein Handeln eines jungen Mannes gegenüber seiner Braut, vielleicht durch das Eintreten der Eltern, der erste Schritt in das UngLück für das Mádchen. Manche Lebensgeschichte einer Frau zeigt an, dass sie innerlich so mit ihrem Bräutigam, der sie verstossen hat, verbunden war, dass die darauffolgende Ehe mit einem anderen Mann nicht glücklich geworden ist. Es geht so, wie mit einem Leinfeld, das mitten in der Blüte von einem Frost betroffen wird. Es kann sein, dass sich der Lein noch einmal erholt, es kann aber sein, dass die ganze erwartete Ernte verloren ist. Darum ist ein verantwortliches Handeln bei der Verlobung notwendig. Verlobung ist immer schon ein volles Ja zu der kommenden Ehe, allerdings ist ein begründetes verantwortliches Auseinandergehen von Verlobten immer noch besser als eine unglückliche Ehe. Besser aber ist es, mit der Entscheidung zur Verlobung noch ein wenig zu warten, als den anderen Menschen durch ein unverantwortliches Versprechen in eine grosse Not oder sogar ins Unglück zu stürzen. Allerdings bedeutet das auch für das junge Mádchen, dass es warten kann auf ihren Mann und sich nicht irgendeinem an den Hals wirft und dass es auch nicht annimmt, dass schon ein Augenzwinkern des jungen Mannes eine Verlobung ist. In allen diesen Fällen könnten liebevolle Eltern verständige Helfer und Ratgeber ihrer Kinder sein, allerdings ist es und bleibt es Gottes Ordnung, dass nicht Vater oder Mutter die Braut oder den Bräutigam bestimmen, sondern die letzte Verantwortung beibt ausschliesslich und allein bei der Tochter oder bei dem Sohn. Es gilt also für junge Leute, sich auf Gottes Geschenk der Ehe vorzubereiten, indem das Mädchen eine verantworrtliche Frau und der junge Mann ein verantwortliucher Mann wird, damit sie einst beide wirklich glückliche von Gott reich beschenkte Eheleute werden und das Leben zu zweien auf dieser Erde in einer liebevollen Gehilfenschaft bestehen können. Wenn 2 glückliche Menschen vor dem Altar Gottes stehen und den Segen empfangen, dann empfangen sie damit etwas, was das Fundament einer guten Ehe ist, sie empfangen die Möglichkeit, ihre Ehe jeden Tag neu zu beginnen, indem sie sich immerwieder neu, jeden Tag neu, ihre Schuld gegenseitig vergebn. Es gibt in Deutschland einen Schlager, der heisst: Ich tanze mit dir in den Himmel hinein. Manche meinen, der Weg in die Ehe sei solch ein Tanz in den Himmel hinein. Bald aber stellt sich heraus, dass das herrliche und kostbare Geschenk Gottes in unseren menschlichen Händen verdirbt. Wo eigentlich sich die beiden in Liebe begegnen sollten, da sind sie aufeinander zornig. Da, wo 2 Menschen sich helfen könnten, da werden sie sich gegenseitig zur Last und verstehen sich nicht mehr. Da, wo 2 Menschen feierlich gelobten, sie wollen sich auf Händen tragen, da kommt es dazu, dass sie am liebsten voneinander weglaufen möchten. Jeder von uns, der verheiratet ist, weiss, was das bedeutet. Allerdings bleibt es dabei, dass Gott in der Ehe um den einen Mann und die eine Frau eine goldene Kette gelegt hat : "Bis dass der Tod euch scheidet." Wie kommt man dann aber mit dem Ehemann oder mit der Ehefrau zurecht, auch wenn man sich tagelang nicht riechen kann vor Ärger? Es hilft dann nichts anderes, als dass man sich gemeinsam wieder vor Gottes Angesicht und auch voreinander beugt und bekennt: VERGIB MIR! VERGIB UNS, DASS WIR GEGENSEITIG SO ZORNIG GEWSEN SIND! Und dann darf und dann muss alles wieder in Ordnung sein, dann darf es so sein, als ob man gerade wieder Hochzeit gefeiert hat und sich wieder so liebt wie am ersten Tage. Eheleute, die nicht wissen, was Vergebung heisst, und diese Vergebung einer aneinader begangenen Schuld nicht praktizieren, sind in der grössten Gefahr, das 6. Gebot DU SOLLST NICHT EHEBRECHEN! zu übertreten. Wer immer nur sagt, der andere hat Schuld, oder ist schuldig, der hat bereits angefangen, Gottes Mauer um seine Ehe abzureissen. Wer weiss, was Vergebung heisst und diese Vergebung praktiziert, dem wird von Gott sogar Kraft geschenkt, seine Frau oder ihren Mann wieder liebzuhaben, selbst wenn der andere wirklich tief, tief, gestürzt ist, wenn er vielleicht wegen eines Verbrechens im Gefängnis sitzt oder sogar wenn schwere eheliche Untreue vorliegt. Wer seine Ehe auf dem Fundament der Vergebung aufgebaut hat, auf das Kreuz auf Golgatha, der darf jeden Tag neu Verlobung und jeden Tag neu Hochzeit mit seiner Frau oder mit ihrem Mann feiern. Wie schwierig mag doch manchmal bei den hiesigen Verhältnissen das Zusammenleben der jungen Eheleuten mit den Eltern sein. Man hört hier und da in Entre Rios, dass es da auch bei unseren Gemeindegliedern in verschiedenen Fällen zu Reibereien und Streitigkeiten zwischen den Eltern und den verheirateten Kidern gekommen ist. Das brauchte allerdings nicht zu sein, wenn die Eltern klug und liebevoll und weise sind und den jungen Eheleuten genügend Freiheit und Spielraum für ihr gemeinsames Leben gewähren und nicht meinen, auch in der Führung der Ehe müsste der Sohn tun, was die Eltern wollen und die Schwiegertochter hätte nur das zu tun, was die Schwiegermutter sagt. Wer eine Schwiegertochter oder einen Schwiegersohn ins Haus nimmt, hat dabei ganz scharf zu beachten, dass er sich in die ehelichen Angelegenheiten der beiden auch nicht ein wenig hineinmischt. Was die Eltern einmal in jungen Jahren für richtig gehalten und praktiziert haben, braucht für das junge Paar heute nicht auch unbedingt richtig zu sein. In dem Ehegebot Gottes heisst es: "Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen." Das heisst nicht anderes als dass der junge Ehemann jetzt näher bei seiner Frau steht als bei Vater und Mutter und die junge Ehefrau näher verbunden ist mit ihrem Ehemann als mit ihren Eltern. Oft können Eltern das nicht verstehen und jammern, ja, früher ist mein Sohn, ist meine Tochter, ganz anders gewesen als heute, da sie oder er verheiratet ist. Das stimmt sogar und das muss auch so sein, heute sind sie zuerst Ehemann oder Ehefrau und in 2. Linie Kinder ihrer Eltern. Damit müssen sich auf alle Fälle die Eltern einfach abfinden, besser wäre es, wenn sie es freudig akzeptieren, dass ihr Kind nun mehr ein volles menschliches Leben führen kann, Die Eltern müssen auch damit rechnen, dass es einmal, wenn es hart auf hart gehen sollte, die Pflicht des Sohnes ist, nicht mehr den Eltern zu gehorchen, sondern seiner Frau oder die Tochter ihrem Mann. Wer versuchen sollte aus irgendwelchen Gründen, den Sohn gegen seine Frau aufzuhetzen oder die Tochter gegen ihren Mann, wird zum Ehebrecher an der Ehe seines Sohnes oder seiner Tochter. "Du sollst nicht ehebrechen." Es gibt allerdings auch viele Häuser in Entre Rios, wo beides in glücklicher Weise nebeneinander bestehen kann: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!" und "Du sollst nicht ehebrechen!" Das sind die Häuser, wo die Eltern ihren Kindern genügend Freiheit zur Gestaltung ihrer eigenen Ehe gewähren und ihnen auch die Möglichkeit geben, ihren eigenen Hausstand zu erweitern und selbst auch ein wenig für sich und ihre Zukunft zu schaffen und sie ihren Kindern mit Familie helfend und ratend zur Seite stehen. Auf der anderen Seite gibt es Häuser, da die Kinder mit ihren Ehegatten liebend und verehrend zu ihren älteren Eltern aufschauen und gerne Ratschläge von ihnen annehmen. Gott, dem Herrn, sei gedankt, dass er seine Gabe der Ehe, dass er uns unsere Frau oder dass er uns unseren Mann geschenkt hat oder noch schenken will. "Das sechste Gebo: Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren.
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